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Karlsbad, (tschechisch: Karlovy Vary) ist eine Stadt im Westen Tschechiens mit 51.537 Einwohnern (2005) und liegt an der Mündung des Flüsschens Teplá in die Eger. Karlsbad gehört zu den berühmtesten und traditionsreichsten Kurorten der Welt.
 Luftaussicht auf Karlsbad Geschichte
Wann die Gegend um Karlsbad besiedelt wurde, ist nicht genau bekannt. Am 14. August 1370 verlieh Karl IV. dem Ort, der nach ihm benannt wurde, die Stadtrechte, doch ist dies nicht das Gründungsdatum. Es wurden jedoch auch Siedlungsgebilde aus der Urzeit, der späteren Bronzezeit sowie aus der Zeit der ältesten Slawen gefunden. Schon im 14. Jahrhundert dürfte die Heilwirkung der Karlsbader Thermalquellen bekannt gewesen sein. Sie wurden zunächst für Bäder genutzt, ab dem 16. Jahrhundert aber auch für die Trinkkur. 1522 erschien die erste schriftliche Abhandlung über die Quellen.
Am 9. Mai 1582 wurde die Stadt von einem starken Hochwasser überschwemmt, am 13. August 1604 wurde sie durch einen Brand fast völlig zerstört. Auch der Dreißigjährige Krieg hinterließ seine Spuren. Die Stadt erholte sich nur langsam. 1707 bestätigte ihr Kaiser Joseph I. jedoch alle Privilegien als "freie Königsstadt". Der Kurbetrieb wurde v.a. durch die Besuche des russischen Zars Peter der Große 1711 und 1712 gefördert. 1711 wurde auch das erste Kurhaus der Stadt erbaut. 1759 vernichtete ein erneuter Brand wiederum einen großen Teil Karlsbads. Die Kur wurde danach entscheidend durch den Arzt Dr. David Becher gefördert, der eine Schrift über die Kurbehandlung in Karlsbad veröffentlichte und die Förderung des Sprudelsalzes anregte. 1795 wurde eine Kurgebühr (Kurtaxe) eingeführt, mit deren Hilfe die Stadt wieder aufgebaut werden sollte.
1819 fand in Karlsbad die Karlsbader Konferenz statt. In der Mitte des 19. Jahrhunderts erhielt der Badebetrieb einen wesentlichen Aufschwung. Der Balneologe und kaiserliche Leibarzt Josef von Löschner verhalf mit seinen Publikationen über die böhmischen Bäder und die Wirkung ihrer Heilwässer Karlsbad zu seiner Blütezeit als Kurort von Weltruf. Entscheidend hierfür war der Anschluss an das europäische Eisenbahnnetz im Jahr 1870, als der Betrieb auf der Strecke Karlsbad - Eger aufgenommen wurde, kurz darauf Prag - Karlsbad. Ein erneutes Unglück traf die Stadt am 24. November 1890, als sie wieder von einem Hochwasser heimgesucht wurde.
Der Ersten Weltkrieg bedeutete dann eine deutliche Zäsur für den Kurbetrieb. 1918 wurde die Tschechoslowakei gegründet. Mit dem Vertrag von Saint Germain kam das Egerland und damit auch Karlsbad auch de iure zur Tschechoslowakei. Die Demonstration vom 4. März 1919 für das Selbstbestimmungsrecht und gegen die Annexion durch die Tschechoslowakei endete in Karlsbad ohne Blutvergießen. Im März 1919 fanden in Karlsbad Demonstrationen deutscher Einwohner statt, die von der Armee beendet wurden. Sechs Demonstranten wurden getötet. Von 1938 bis 1945 gehörte Karlsbad nach der deutschen Besetzung zum Deutschen Reich. Am 1. Mai 1939 verließ die Stadt den gleichnamigen Landkreis und bildete fortan einen eigenen Stadtkreis. In Karlsbad hatte ferner einer der drei Regierungspräsidenten für den Reichsgau Sudetenland seinen Sitz (Regierungsbezirk Eger).
Der Zweite Weltkrieg brachte den Kurbetrieb zum Erliegen. Während des Krieges war Karlsbad Lazarettstadt und auch als solche international gemeldet und gekennzeichnet, trotzdem wurde die Stadt im September 1944 und im April 1945 durch die U.S. Airforce bombardiert. Zerstört wurde der Bahnhof, in dem sich zum Zeitpunkt des Angriffs zwei ebenfalls mit dem roten Kreuz gekennzeichnetet Lazarettzüge befanden, aber auch Teile des Kurviertels mit der Sprudelhalle. Im Mai 1945 wurde Karlsbad durch die US-Armee eingenommen und besetzt. In Neurohlau (Nova Role) in der Nähe von Karlsbad befand sich ein Konzentrationslager. Aufgrund der Beneš-Dekrete wurde 1945 die deutsche Bevölkerung zum großen Teil enteignet und vertrieben. Die Kureinrichtungen wurden 1946 verstaatlicht. Seit dem Ende des kommunistischen Regimes, also seit 1989, ist der Kurbetrieb wieder auf internationales Publikum ausgerichtet und wird stark gefördert.
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