Prag Kleinseite (Mala Strana)

Kleinseite

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Ruhige Straße in Kleinseite

Malá Strana (tschech.: Malá Strana) mit dem Kleinseitner Ring (Malostranské nám.) bildete von 1257 bis 1784 eine rechtlich eigenständige Stadt unterhalb der Prager Burg mit einem von der Prager Altstadt deutlich abweichenden Charakter. Nach zwei verheerenden Bränden wurde sie die Stadt der Reichen und des Adels, wovon prunkvolle Paläste und Kirchen bis heute zeugen. In der Nerudastrasse hat auch der Schriftsteller Jan Neruda gelebt.

 

 

 

 


Kirche der Jungfrau Maria von der immerwährenden Hilfe

Das Kleinseitner Tor oder Strahover Tor stand auf der Höhe der Marienkirche der Kajetaner und wurde 1711 abgerissen. Bis 1717 entstand hier die Kirche der Jungfrau Maria von der immerwährenden Hilfe bei den Kajetanern (Kostel Panny Marie u Kajetánů) mit dem Grundriss eines griechischen Kreuzes.


Kirche St. Nikolaus

Die St. Nikolaus-Kirche (tschech. Kostel sv. Mikuláše) wurde anstelle der Kleinseitner Pfarrkirche von 1283, die 1625 von den Jesuiten übernommen wurde, errichtet und zählt zu den bedeutendsten Barockbauwerken. 1703-1711 errichtete Christoph Dientzenhofer das neue Kirchenschiff mit der Westfassande, sein Sohn Kilian Ignaz Dientzenhofer baute 1737-1752 den Chor und die Kuppel. Den Glockenturm errichtete 1756 Anselmo Lurago.

An der Innenausstattung waren zahlreiche namhafte Künstler beteiligt. Der aus Wien stammende Johann Lukas Kracher schuf das Deckenfresko Apotheose des hl. Nikolaus, das mit seiner Ausdehnung von 1500 m² zu den größten in Europa gehört. Die Statuen unter der Kuppel und auf dem Hauptaltar schuf Ignaz Franz Platzer.

 

Hungermauer

Die Hungermauer (tschech. Hladová zed´) wurde in großer Entfernung zur alten Stadtmauer der Kleinseite von 1360 bis 1362 eine neue sechs Meter hohe und zwei Meter breite Stadtbefestigung errichten, von der große Teile bis heute erhalten blieben. Ihren Namen soll sie aufgrund einer am Ende der Bauzeit auftretenden Hungersnot erhalten haben. Möglicherweise sind die Bauarbeiten auch auf die große Zahl der nach Beendigung der Arbeiten an den Wohnbauten der Prager Neustadt und in der Burg Karlštejn freiwerdenden Arbeitskräfte zurückzuführen, die hier eine neue Beschäftigung fanden. Franz Kafka schrieb seine Erzählung „Beim Bau der chinesischen Mauer“ in Anlehnung an die Hungermauer. In dieser Erzählung ist die chinesische Mauer ebenso etwas „Unzweckmäßiges“, sozusagen eine Beschäftigungstherapie für Arbeitslose.

 

Ausichtsturm auf dem Berg Petrin (tschech. Petřínská rozhledna)

Der Ausichtsturm ist ein 60 Meter hoher, dem Eiffelturm nachempfundener Aussichts- und Sendeturm auf dem Petřín, der 1891 errichtet wurde. Heute ist die Petřínská rozhledna eine vielbesuchte Touristenattraktion.




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