Prager Burg

Prager Burg

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Eingang in Prager Burg
Die Prager Burg (tschech.: Pražský hrad) bildet das größte geschlossene Burgareal der Welt und liegt auf dem Prager Berg Hradschin. Sie wurde im 9. Jahrhundert gegründet und hat während dieser Zeit oftmals ihre Gestalt und ihr Antlitz gewandelt. Generationen von Baumeistern verschiedener Baustile waren daran beteiligt. Die einzelnen Etappen der Geschichte hinterließen dabei ihre Spuren. Einzig und allein die Bestimmung der Burg blieb beständig. Noch heute ist sie offizielle Residenz des Präsidenten der Tschechischen Republik. Inmitten der Burganlage befindet sich der Veitsdom.

Die eigentliche Burg, der geschützte Wohnsitz des Herrschers, umfasste das Areal am Hradschiner Bergsporn von seinem Ostende - der so genannten Opyš - bis zu einem natürlichen Graben, der im frühen Mittelalter die Anhöhe an der Stelle des heutigen Eingangstores quer teilte. Der zentrale Teil der Burg wird in der Forschung als Akropolis bezeichnet. An die frühmittelalterliche Hauptburg schloss sich im Westen die Vorburg an. Der ebenfalls dicht besiedelte und zur Burg gehörende Raum der heutigen Prager Kleinseite wird Suburbium genannt.

Die Entwicklung der Prager Burg im Früh- und Hochmittelalter kann auf Grund archäologischer Befunde und Funde nach den Hauptetappen des Aufbaus der Befestigung in vier Phasen A-C vom 9. bis 12. Jahrhundert unterteilt werden. In der dritten Phase wurden jedoch lediglich verschiedene, nicht unbedingt zeitgleiche Umbauten der Befestigung B1 aus der zweiten Phase vorgenommen, weshalb diese als B2-Bx bezeichnet werden.


Der Ausbau der Burg unter Karl IV. in der Mitte des 14. Jahrhunderts


1303 war die Burg durch einen verheerenden Großbrand zerstört worden und die Königsresidenz blieb ungenutzt. Mit dem Antritt der Luxemburger auf dem böhmischen Königsthron begann 1310 eine neue bedeutende Etappe in der Geschichte der Burg. Noch während der Regierungszeit seines Vaters Johann des Blinden ließ Karl IV. die Burg im Jahr 1333 wiederaufbauen. Zunächst wurde der Königspalast erneut umgestaltet. Elf Jahre später wurde auf sein Bemühen hin das Bistum Prag zum Erzbistum erhoben. Daraufhin begann 1344 der Neubau der St.-Veits-Kathedrale (chrám Svatého Víta).

Bereits unter seinem Sohn Wenzel IV. erlosch das Interesse an der Burg wieder. Dieser ließ sich am östlichen Ausgang der Altstadt einen neuen Königshof erbauen, in den er 1383 übersiedelte und der bis 1484 als Residenz der böhmischen Herrscher diente. Südlich der Zeltnergasse (Celetná) stand unweit auch der Palast der Königin. Eine weitere kleine gotische Burg für Wenzel IV. entstand ab 1380 auf einem Bergvorsprung über dem Moldauufer westlich der Pfarrkirche St. Wenzel am Zderaz (Kostel sv. Václava na Zderaze) in der Prager Neustadt. Eine dritte von mehreren Burgen des Königs war die heute ebenfalls im Prager Stadtgebiet liegende Burg Nový hrad u Kunratic (deutsch auch Burg Wenzelstein).

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St. Veits-Dom

Die Burg in der Spätgotik und der Renaissance

Nach dem Aussterben der Luxemburger und einem kurzen Habsburgischen Intermezzo traten die Jagiellonen, die schon die polnischen Könige stellten und bald darauf auch den ungarischen Königsthron gewinnen sollten, deren Erbe an. Unter Vladislav I. Jagiello , seit 1471 König von Böhmen und ab 1490 auch von Ungarn, hielt die Renaissance Einzug in Mitteleuropa. Die Burg wurde ausgebaut und der Hof siedelte ein Jahr nach dem Prager Volksaufstand von 1483 vom Königshof in der Altstadt in die Burg zurück.

Von 1490/1493 bis 1502 errichtete der Baumeister Benedikt Ried den Wladislawsaal, den wohl bedeutendsten Saalbau der Renaissance nördlich der Alpen. Er wurde auf den hochmittelalterlichen Saal des Königspalastes aufgesetzt und das romanische Erdgeschoss somit zum zweiten Untergeschoss (Keller) degradiert. Es handelt sich um eine reizvolle Mischung aus gotischen Elementen wie dem aufwendigen Rippengewölbe, das einen gewaltigen Raum überspannt, zum einen und zum anderen aus Portalen und außerordentlich großen Fenstern mit Renaissanceprofilen, die zu den frühesten Beispielen nördlich der Alpen gehören (inschriftlich auf 1493 datiert). Vergleichbar ist nur der wesentlich jüngere Saalbau der Münchner Residenz (1568-71), das sogenannte Antiquarium.
Die letzte mittelalterliche Blütezeit hielt bis zu dem Tod seines Sohnes Ludvig Jagiello 1526 an. 1541 wurde die Burg erneut bei einem Großbrand zerstört.


Die Prager Burg im 20. Jahrhundert

Nach 1919 wurde die Burg für den Sitz des ersten Präsidenten der Tschechoslowakischen Republik umgebaut und dabei insbesondere der III. Burghof umgestaltet. Federführend war der bedeutende slowenische Architekt Jože Plečnik.

In dem Zusammenhang kam es in den Jahren 1925-1929 zu den ersten systematischen mittelalterarchäologischen Untersuchungen in Böhmen durch K. Fiala und Karel Guth. Die Ausgrabungen wurden ab den 1930er Jahren durch Ivan Borkovský fortgesetzt. Rettungsgrabungen in den 1980er und 1990er Jahren unter der Leitung von Jan Frolík erbrachten neue Erkenntnisse und führten zur Ergänzung der bisherigen Vorstellungen über die Anfänge und Entwicklung des frühmittelalterlichen Befestigungssystems und oft auch zu ihrer Revision. In den letzten Jahren konnte die Bearbeitung der seit 1925 laufenden Ausgrabungen durch ein Team von Archäologen intensiviert werden.



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Comments (4)Add Comment
Guided tour
written by Frederike, March 01, 2007
Is it possible to have a guided tour in the castle with a group? What would it cost?
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written by Traveliana Team, March 01, 2007
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written by ur mom, October 03, 2007
this castle is amazing. im using it for a school project.
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otázka
written by L.S., October 04, 2007
Stávala-li kaple Svatého Václava na míst? bývalé rotundy rád bych v?d?l jestli se zachovalo víc než jen základy v tomto míst?.
P?ípadn? která ?ást katedrály je nejstarší, myslím tím zdivo p?vodní rotundy nebo kostela.
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