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Brünn (tschechisch Brno) ist die zweitgrößte Stadt Tschechiens und Hauptstadt der Südmährischen Region (Jihomoravský kraj) und gleichzeitig auch des Brünner Bezirks (okres). Es ist schon seit dem 17. Jahrhundert Zentrum des historischen Mähren und ist Universitätsstadt und Sitz des tschechischen Verfassungsgerichtes.
Brünn liegt am südöstlichen Rand der Böhmisch-Mährischen Höhe. Durch die Stadt fließen die Flüsschen Svratka und die von der Stadt Svitavy kommende Svitava, die an der südlichen Stadtgrenze in die Svratka mündet. An der nordöstlichen Stadtgrenze ist die Svratka zu einem etwa 7 km langen und an der breitesten Stelle etwa 600 m breiten See aufgestaut.
 St.-Thomas-Abtei Etwa 1021 wurde die Burg Brünn erbaut und gab später der anliegenden Siedlung den Namen. 1091 findet zum ersten Mal die Siedlung Brünn Erwähnung. 1243 wird schließlich Brünn von Wenzel I. als Stadt gegründet. Vom 13. Jahrhundert bis zum Ende des Ersten Weltkrieges 1918 war Brünn in seiner damaligen Ausdehnung eine vorwiegend deutschsprachige Stadt. 1641 löste sie Olmütz als die Hauptstadt von Mähren ab.
Infolge der Hussitenkriege wurde Brünn in den 1420er Jahren zu einer deutschen Sprachinsel in tschechischsprachiger Umgebung. Im Dreißigjährigen Krieg wurde Brünn 1643 erfolglos von Schweden belagert. 1805 fand vor den Toren der Stadt die Schlacht von Austerlitz statt.
Bald nach dem Ersten Weltkrieg wurden die knapp 55.000 Deutschen in der nun zur Tschechoslowakei gehörenden Stadt durch Eingemeindungen zur Minderheit. Am 31.Mai/1.Juni 1945 kam es infolge der Beneš-Dekrete zum Brünner Todesmarsch, bei dem fast alle deutschsprachigen Einwohner der Stadt - ca. 25 % der Bevölkerung - unter unmenschlichen Bedingungen zu der etwa 60 Kilometer entfernt liegenden österreichischen Grenze marschieren mussten.
Während des tschechoslowakischen Sozialismus entwickelte sich Brünn zu einer führenden Industriestadt des Landes. Viele Dörfer am Rande der Stadt wurden von riesigen Plattenbausiedlungen buchstäblich verschluckt, um die stets anwachsende Bevölkerungszahl unterzubringen. Heute wird wieder mehr Wert auf den Erhalt und Renovierung der historischen Altstadt gelegt.
In der Stadt gibt es ein Tschechisch-deutsches Begegnungszentrum und ein Islamisches Zentrum in Tschechien mit der ersten Moschee des Landes.
 Brünner Schloß
Verkehr
Hauptsächlich als öffentliches Verkehrsmittel genutzt wird die Straßenbahn, daneben gibt es auch Bus- und Trolleybuslinien. Der Bahnhof in Brünn ist ein regional wichtiger Knotenpunkt, der aber durch die zentrale Lage in Mitteleuropa auch internationale Bedeutung hat. Direktverbindungen gibt es z. B. nach Hamburg, Berlin, Dresden, Wien, Bratislava, Budapest und Bukarest. Mit dem Bus kann man viele internationale Ziele erreichen, dazu gibt es halbstündige Verbindungen nach Prag. Der Flughafen liegt etwa 10 Kilometer südöstlich vom Zentrum bei Tuřany und bietet Flüge u. a. nach München, London, Ostrava und Sharm el Sheikh.
In Brünn ist die international bekannte Waffenschmiede Ceská Zbrojovka ansässig.
Bildung
Die 1919 gegründete Masaryk-Universität hat etwa 27.000 Studenten. Daneben gibt es eine Reihe spezialisierter Hochschulen, wovon die Technische Hochschule Brünn international bekannt ist.
Hier sind geboren:
Pavel Blatný - Komponist
Hugo Haas - Regisseur, Sänger, Schauspieler, Drehbuchauto
František Halas - tschechischer Dichter
Libuše Šafránková - tschechische Schauspielerin (Film - Der Haselnüsse für Aschendbrödel)
Milan Kundera - tschechischer Schriftsteller
Ernst Tugendhat - deutscher Philosoph
Oskar Walleck - (1890-1976), deutscher Theaterintendant
Heinrich von Wawra - (* 1832), österreichischer Mediziner
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